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Mein Senf zur Patriotismus-Debatte

Patriotismus- Fluch oder Segen?

Jeder, der das Wort Patriotismus hört, hat wohl noch die Bilder des letzten Sommers vor Augen. Das ganze Land war ein einziges Fahnenmeer, die Politik war voll des Lobes über diesen neuen, "gesunden" Patriotismus. Selbst ich war versucht, irgendwo eine Fahne anzubringen. Und das alles nur wegen 11 Hanseln, die einem Ball nachrennen?

Ob diese Form des Patriotismus nur ein "Trend" ist, oder überlebt, wird die Zeit zeigen. Aber ist dieser Patriotismus, ob Trend oder nicht, nun wirklich so gut, wie das ganze Land meint, oder ist es nicht höchst primitiv, auf sein Land stolz zu sein, rein nach dem Motto: "Ich habe nichts, auf das ich stolz sein kann, aber ich bin stolz auf mein Land!" Sind diese Menschen, die sich voll Stolz "wahre Patrioten" nennen nicht das, was sie auf keine Fall sein wollen, nämlich Nationalisten? Die Grenzen zwischen Patriotismus und Nationalismus sind leider immernoch fließend.

Im Zusammenhang mit dieser Diskussion wird oft erwähnt, dass es doch so viel gäbe, auf das man als Deutscher stolz sein könnte. Deutschland sei doch immer das Land der Dichter und Denker gewesen, man müsse nur auf Schriftsteller wie Goethe, Schiller und Brecht oder weltbekannte Philosophen wie Nietzsche, Kant und Schopenhauer schauen. Aber ich habe mit diesen Personen genausowenig zu tun, wie mit einem ebenso weltbekannten Arschloch aus Braunau, auch wenn Schiller oder Kant Großes geleistet haben. Wäre es nicht die logische Konsequenz, mich an den Verbrechen der Nazi-Zeit mitschuldig zu fühlen, wenn ich auf Personen stolz bin, die VOR meiner Zeit Dinge geleistet haben?

Ich bin der festen Überzeugung,  dass ich nur auf EIGENE SELBSTERBRACHTE Leistungen stolz sein kann.. Welchen Anteil aber habe ich nun an diesem glücklichen Zufall, hier geboren zu sein und nicht in einem 3-Welt-Staat, in dem Armut und Korruption zum Alltag gehören?

Meine Hoffnung ist es, die Leute, die beim nächsten Länderspiel fahnenschwingend Deutschland- Deutschland rufen, vielleicht etwas zum Nachdenken zu animieren. 

 

23.11.06 13:57


wöchentliches Zitat

Ich hab mich entschieden, jede Woche eines meiner Lieblingszitate hier zu veröffentlichen. Los geht´s

Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, gib ihm Macht. - A. Lincoln

22.11.06 19:13


Verwechslungsgefahr

Die Bilder hab ich in nem Anfall geistiger Umnachtung zusammengestellt ...
(bitte nicht so hart sein )


 


Falls jemand auf die idiotische Idee kommen sollte, diese Bilder auf seiner Page zu benutzen, bitte mit Link auf diesen Blog, Thx!
22.11.06 19:03


Mein Senf zur Killerspiel-Diskussion

"Killerspiele"- Medien zwischen Unkenntnis und Populismus

Vor einigen Tagen wurde das ganze Land Zeuge eines tragischen Vorfalls in Emsdetten.
Gemeint ist natürlich der Amoklauf eines früheren Schülers in der Geschwister-Scholl-Schule
Emsdetten. Doch anders als 2002 haben die Medien sich dieses Mal offenbar mit übertriebener Berichterstattung zum Thema zurückgehalten.
Aber sind die Haltungen wirklich so anders als vor 4 Jahren? Nein!
In der heute-Sendung des ZDF wird in gewohnt reißerischer Manier
Bilder des Ego-Shooters "Doom 3" und "Counter-Strike" gezeigt, gefolgt von einem Kommentar eines Psychologen, der aufgrund seiner Studien ein Verbot befürwortet. Kommentare von Gegnern des Verbots kommen nur ganz am Rande zum Ausdruck. Immerhin jedoch hält man sich mit Kommentaren, wie:
"In Counter-Strike muss auf wehrlose Rentner geschossen, um Extrapunkte zu erhalten" zurück.
(Tatsache ist: In Counter-Strike wird das Schießen auf Geiseln o. Ä. NICHT mit Extrapunkten belohnt, sondern durch Punktabzug BESTRAFT). Aber all diese hohlen Phrasen kannten wir ja schon aus der ZDF-Berichterstattung in Frontal 21 und im Kulturmagazin aspekte. Wie sieht aber die Bericht-
erstattung beim öffentlich-rechtlichen Konkurrenten ARD aus? Dieser hatte sich mit unsachlichen Kommentaren in der Vergangenheit größtenteils zurückgehalten. Und auch in den Tagesthemen scheint auf den ersten Blick die Neutralität weitesgehend gewahrt zu bleiben.Auf den zweiten Blick jedoch wird deutlich, dass hier dem unbedarften Zuschauer ein völlig falsches Bild vorgegaukelt wird.
Auch in den Tagesthemen werden Argumente von Kritikern des Verbotes ebenfalls nur mangelhaft gezeigt. Besonders deutlich wird dies bei der Einblendung eines Gamestar-Redakteurs, der Argumente gegen das
Verbot vorbringt. Diese Einblendung hat insgesamt maximal 10 Sekunden gedauert und bleibt die nahezu einzigste kritische Stimme des Beitrags. Bei den Befürwortern ( Politiker, Psychologen etc.) lässt man
sich dagegen merkwürdigerweise viel mehr Zeit. Der abschließende Kommentar eines Mitarbeiters des SF,
der minutenlang über die gewaltige Steigerung des Gewaltpotenzials durch "Killerspiele" fabuliert,
wirft ebenfalls kein gutes Licht auf die ARD. Die Unkenntnis des Kommentators ist offensichtlich, er formuliert Sätze, in denen er eine Indizierung mit einem Verkaufsverbot gleichsetzt (tatsächlich
beinhaltet eine Indizierung nur ein Verkaufsverbot für Kinder und Jugendliche und ein Werbeverbot).
Auch sein Kommentar zum "Scheitern" der FSK bei Computerspielen ist höchst peinlich für die ARD
(die FSK ist für Computerspiele nicht zuständig, Computerspiele fallen in den Zuständigkeitsbereich der USK).

Natürlich lässt sich die Politik auch nicht lumpen und kritisiert fleißig abwechselnd USK, BPjM und die Lehrer des Schülers. An vorderster Front steht natürlich der bayrische Vorzeige-Populist
Edmund Stoiber.Er fordert gewohnt plakativ, dass "Killerspiele in Deutschland verboten gehören".
Ist das wirklich derselbe Politiker, der einen Irakeinsatz der Bundeswehr befürwortete, bei dem die dt. Soldaten nicht nur Pixelblut sondern ganz REALES Blut vergossen hätten?
Aber nicht nur er, sondern auch Politiker wie Uwe Schünemann und Dieter Wiefelspütz fordern ein Verbot. Es ist wirklich sehr verwunderlich, dass die Politik in den letzten Jahrzehnten um keinen Deut klüger geworden ist. Auf alles Neue wird eingedroschen, in den 60ger-Jahren hat der Rock ´n Roll die Jugend verdorben, in den 80gern und 90gern waren Videos die zu bekämpfende Gefahr. All diese Behauptungen haben sich im Nachhinein zum größten Teil als falsch erwiesen und ich bin der festen Überzeugung, dass es sich mit den Killerspielen ähnlich verhalten wird. In einigen Foren wird heute gar der Begriff der "modernen Hexenjagd" auf diese Zensurpolitik angewendet. Ein nicht ganz unberechtigter Vergleich wie ich finde. Damals wie heute wird auf , größtenteils stimm- und meinungslose, Menschen eingeprügelt. Früher haben "Hexen" Brunnen vergiftet, heute ist jeder Computerspiel-Spieler ein potenzieller Amokläufer. Meine inständige Hoffnung ist es, dass diese
pauschale Kriminalisierung des eSports endlich aufhört. Mein Appell an diejenigen, die das hier lesen ist, ihre Haltung nocheinmal gründlich zu überdenken!






22.11.06 18:48


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